Chancengleichheit ist auch im 21. Jahrhundert noch nicht selbstverständlich. Das zeigt das Gesetz, das Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern verpflichtet, mindestens 5% der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. (§154 Absatz 1 Sozialgesetzbuch IX)
Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen.
(§160 Sozialgesetzbuch IX)

Im Jahr 2017 mussten nur knapp 40% aller relevanten Unternehmen keine Ausgleichsabgabe zahlen.
(Statistik veröffentlicht von der Bundesagentur für Arbeit)

Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) in Kraft. Darin wird allen Menschen mit Handicap unter anderem das Recht gewährt, „in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld“ eine Arbeit frei wählen und ausüben zu können. Demgegenüber stehen 300.000 Arbeitsplätze in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Sie sind dort in einem geschützten Umfeld, in dem sie eine für sie mögliche Arbeit erledigen. Für einen Lohn von etwa 180 EUR im Monat.

Auch wenn es durchaus Menschen gibt, für die dieses Angebot genau das Richtige ist, fühlen sich viele dort abgeschoben und nicht ernst genommen. Für die Inklusion am ersten Arbeitsmarkt, wird von Menschen mit Handicap oft gefordert, sich noch besser anzupassen.
Das Wort „behindert“ kommt jedoch von „hindern“; Man wird von außen daran „gehindert“ etwas zu tun. Eines der größten Probleme bei der Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt sind Vorbehalte und Unwissenheit vonseiten der Arbeitgeber. Sie brauchen allerdings keine Berührungsängste zu haben. Menschen mit Behinderung sind nicht so anders, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint.

Unternehmen schrecken meist von vornherein davor zurück, Menschen mit Behinderung auszubilden oder einzustellen. Besonders bei sogenannter geistiger Behinderung genügt es eben nicht, einen Fahrstuhl oder Treppenlift anzuschaffen.
Diese Menschen brauchen einen festen Ansprechpartner, der ihnen in verständlicher Sprache klare Arbeitsanweisungen gibt. Oft müssen Aufgaben mit fachlicher Begleitung so lange wiederholt werden, bis sie verstanden wurden.

Und auch bei „leichten“ Beeinträchtigungen (wie beispielsweise dem Asperger-Syndrom) ist es wichtig, die Menschen zusätzlich sozial zu fördern und in die Gemeinschaft aufzunehmen.

Sie können sich jedoch problemlos fachlich unterstützen lassen und werden feststellen, dass Inklusion kein Gnadenakt ist, sondern eine WinWin Situation. Sie werden hochmotivierte Menschen erleben, die Ihnen neue Blickwinkel aufzeigen und das Unternehmen ein Stück nach vorne bringen.